WARM UP IM KINDERFUSSBALL

Das speziell für den Jugendfußball entwickelte “11+ Kids” Aufwärmprogramm (Rössler et al., 2016) reduziert Sportverletzungen in diesem Bereich um ca. 50%. Zumindest laut einem Bericht in der renommierten Zeitschrift “Sport Medicine”.
Ein Beitrag aus der „Badischen Zeitung“ vom 17. Januar 2018:

WAS BEINHALTET DIESES PROGRAMM?

So wie das “11+” Programm für das zweckgerichtete Aufwärmen bei Erwachsenen, bietet auch “11+ Kids” einen klaren Ablaufplan zur Gestaltung der Warm-Up Maßnahmen im Fußballkontext.

WOZU ÜBERHAUPT EIN WARM UP?

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass durch das Aufwärmen die Intention einer Leistungssteigerung und eine Senkung des Verletzungsrisikos verfolgt wird. Nachfolgende Maßnahmen sind meist sportliche Aktivitäten unter Maximalbelastung.
Erste Ergebnisse zu physiologischen Anpassungserscheinungen im Rahmen eines durchgeführten Warm-Ups fanden bereits im 19. Jahrhundert statt (Jürgensen, 1873, Die Körperwärme des gesunden Menschen, Leipzig).

Doch gibt es nicht nur Befürworter der allgemeinen Akzentuierung der Wichtigkeit von vorbereitenden Maßnahmen (vgl. Turbanski 2003, 4).

WAS STELLT MAN IMMER WIEDER IN DER PRAXIS FEST?

Die Dauer des Aufwärmens sprengt häufig den notwendigen Rahmen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen (ein durchschnittliches Warm-Up vor einem Bundesligaspiel dauert maximal etwa 20 Minuten!). Hinzu kommen Formen, die nicht altersgerecht sind. Immer wenn wir Kinder beobachten, die zum “Aufwärmen” um den Platz laufen müssen, stirbt ein kleiner Teil in uns. Die kostbare Trainings- und Bewegungszeit wird vergeudet, um den Kinder etwas aufzudrücken, das auch anders zu erreichen wäre und ihnen keinen Spaß macht.

Auch hier sollte man sich in der Gestaltung der Erwärmung fragen, was die Kinder an sich bereits “mitbringen”. Der natürliche Bewegungsdrang der Kinder sorgt meist dafür, dass sie zu Beginn des Trainings aufgewärmt sind. Sie kamen mit dem Fahrrad, vom Bolzplatz oder sind aus dem Auto ausgestiegen und erst mal über den Platz gerannt.

Wie kann man ihnen ein solches Verhalten auch verübeln? Den ganzen Tag sitzen sie und müssen sich Anweisungen und Regeln von uns Erwachsenen unterwerfen. Regeln gehören dazu, doch sollte der Beginn des Trainings immer mit einer schönen Emotion verknüpft sein. Thomas Tuchel beschreibt das in seinem Rulebreaker-Vortrag
(https://www.youtube.com/watch?v=pmKSmTMp-jQ&t=436s)
durch eine kleine Geste wie einem ordentlichen Handschlag zu Trainingsbeginn, der symbolisiert “Ich freue mich aufs Training und darauf, dass du da bist!”. Fehlt dieses positive Erlebnis wenn jemand zum Verein ins Training kommt, muss man sich über hohe Drop-Out Quoten im Breitensport nicht wirklich wundern. Wenn Training immer als “harte Arbeit”, “Disziplin” und “Willen” beschrieben wird, bleiben die fröhlichen Momente schnell auf der Strecke.

UNSERE EMPFEHLUNG FÜR EIN AUFWÄRMEN IM KINDERFUSSBALL
  • Kreative Bewegungsaufgaben in einem Feld
    (Dribble den Ball wie es ein Elefant, Affe, Bär, Tiger tun würde; verschiedene Technikanforderungen des Dribblings)

  • Staffelwettkämpfe mit/ohne Ball
    (auf allen Vieren, wie eine Spinne, auf einem Bein hüpfen, den Ball zwischen die Beine klemmen)

  • Chaosball
    (4 Mannschaften, 2 Spielrichtungen, gleiche Spielfläche, Handballspiele, Touchfootball, Touchrugby, Rückwärtsball, Rollball)

By |2018-03-16T11:51:31+00:00Februar 22nd, 2018|WISSENSTRANSFER|3 Comments

3 Comments

  1. NACHTRAG ZUR TRAINERAUSBILDUNG März 15, 2018 at 10:19 am - Reply

    […] hat. Alle geplanten und durchgeführten Trainingseinheiten sollten immer als erstes die jeweiligen Jugendlichen und ihre Eigenschaften in Betracht ziehen. Und auf Grundlage dieser Fähig- und Fertigkeiten auf psychologischer und […]

  2. […] –> DAS PERFEKTE WARM UP […]

  3. […] Immer ein spaßiges Warm-Up! Kleine Spielformen mit submaximaler Beanspruchung durch “entschärfende” Regeln, sorgen für eine altersgerechte und vorbereitende Belastung. Staffelspiele, Technikformen mit Wettkampfcharakter oder auch kreative Bewegungsaufgaben haben einen hohen motivationalen Charakter.—>Link […]

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