TRINKEN IM KINDERFUSSBALL

Trinkregeln und Gewohnheiten von Erwachsenen sind nicht eins zu eins auf Kinder übertragbar. Der Körper unserer jungen Kicker ist wesentlich anfälliger für eine Austrocknung. Grund dafür ist der höhere Körperwasseranteil, der aktivere Stoffwechsel und eine erhöhte Wärmeproduktion bei sportlichen Belastungen. (1,2,3)
Umso wichtiger ist es daher, dass Kinder fortwährend zum Trinken beim Sport angehalten werden.  Das Trinken und die damit verbundenen Pausen sollten fest in ein Training mit eingeplant sein.

Was man über Sportgetränke wissen muss

Ein Sportgetränk oder die Zufuhr von Flüssigkeit im Sport, hat im Wesentlichen drei Aufgaben:

  • Bei längeren Belastungsphasen für Energie (Kohlenhydrate) sorgen

  • Durch Schwitzen entstandenen Flüssigkeitsverlust ausgleichen

  • Elektrolyte ersetzen, die mit dem Schweiß verloren gehen

Neben den Inhaltsstoffen ist es wichtig auf folgende Dinge zu achten:

  • Bekömmlichkeit

  • Verwertbarkeit

Um die letzten beiden Punkte zu gewährleisten, schauen wir uns die hierfür notwendigen Eigenschaften an:

Isotonische Getränke – Ja oder Nein?!

Für Kinder- und Jugendfußballer ist das Trinken isotonischer Getränke nicht notwendig, der Verlust an Mineralien und Kohlenhydraten ist noch überschaubar. Idealerweise trinken Kinder und Jugendliche Wasser mit Apfelsaft im Verhältnis Wasser 3 : 1 Apfelsaft (4,5)

Wie viel sollten meine Spieler trinken?

Als Faustregel für den Flüssigkeitsbedarf lässt sich für Kinder im F/E-Jugendalter 50-60ml/ kg Körpergewicht festhalten. Der Tagesbedarf an Wasser/Flüssigkeit bei einem 10-Jährigen liegt somit bei ca. 2000ml. Hier muss beachtet werden, dass ein Großteil schon durch feste Nahrung zugeführt wird. Übrig bleibt ein Bedarf, immer abhängig vom Aktivitätslevel und dem Gewicht des Kindes sowie dem Wetter, von 1 Liter Wasser am Tag. (6)
Sehr hilfreich sind hierbei die Referenzwerte der DGE. (7)

Dieser Beitrag soll eine Sensibilisierung auf Trainer- und Elternseite für dieses wichtige Thema erzeugen. Dies ist deshalb so wichtig, da Kinder selbst – vor allem beim Spielen, Toben und eben Kicken – nicht auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten. Sie sind zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Und wenn ein Kind wirklich Durst bekommt und zum Trinken an den Spielfeldrand geht, ist es eigentlich schon zu spät. Denn bereits 1% Flüssigkeitsverlust kann sich leistungsmindernd auswirken. Das Problem hierbei: spürbarer Durst bedeutet, dass schon 0,5 bis zu 3% Wasserverlust (bezogen auf das Körpergewicht) verloren sind.

Somit sind vor allem wir Erwachsene für eine ordentliche Hydration der kleinen Kicker verantwortlich.
Ein „Ich hab keinen Durst!“-Spieler sollte man mit den oben genannten Argumenten im Kopf, doch zum Trinken bewegen.

  1. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2518402
  2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3794475/
  3. http://www.trinken-im-unterricht.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Kinderarzt_Interview-Trinkregeln_beim_Sport.pdf
  4. https://www.dge.de/presse/pm/was-sollen-kinder-trinken/
  5. http://www.trinken-im-unterricht.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Kinderarzt_Interview-Trinkregeln_beim_Sport.pdf
  6. http://www.forum-trinkwasser.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Dokumente_Studien/Langfassung_Studie_Trinken_und_Leistungsfähigkeit.pdf
  7. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser
By |2018-11-30T14:51:29+00:00März 20th, 2018|WISSENSTRANSFER|0 Comments

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