TRAININGSFORMEN FÜR DEN JUGENDFUSSBALL

Was man auf deutschen Fußballplätzen zu Trainingszeiten zu sehen bekommt, ist teils erschreckend. Lange Wartezeiten gepaart mit langweiligen Trainingsformen. Was ein Erwachsener “aushält” und als Ausgleich zu seinem Job sieht, tötet bei einem Kind jegliche Motivation. Nicht zuletzt sind solche Trainingsphilosophien auch der Grund für die fehlenden Spieler im B- und A-Jugendbereich.

Denn Fußballtraining ist nicht mehr die einzige bzw. eine der wenigen Freizeitbeschäftigungen. Mittlerweile konkurriert das Training zu anderen Angeboten wie Eishockey, Basketball, Football, Tennis, Turnen, Nachmittagsunterricht oder auch den Konsolenspielen á la Fortnite und FIFA. Anstatt diese Entwicklung zu verteufeln und “Früher war alles besser” zu rufen, könnte man sich auch dem Kampf stellen. Durch Trainingseinheiten und einer Art und Weise im Training, die den Kindern und Jugendlichen Spaß bereitet und sie nicht “schleift”. Das ganze Gerede über Disziplin und Leistung ermüdet die Jungs auf Dauer, wenn es sie nicht sogar sofort aufhören lässt. Es gibt andere Möglichkeiten, diese Themen alters- und zielgruppengerecht zu vermitteln.

Die vielen ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer gestaltet meist nicht aus bösem Willen ihre Trainingseinheiten gegen den Willen der Kinder, sondern aus einem Mangel an Unterstützung und Hilfestellungen heraus. Von den wenigsten Trainerpapas und -mamas kann man erwarten, Lizenzlehrgänge oder lange Fortbildungsveranstaltungen zu besuchen. Wobei hier noch erschwerend hinzu kommt, dass diese Events ähnlich zu den Trainingseinheiten organisiert sind: langweilig und kaum innovativ.

EINE NEUE WISSENSQUELLE

Sehr gerne würden wir diesen engagierten Trainerinnen und Trainern nun die Hand reichen und die Hilfestellung bieten, die sie verdient haben.

Aus diesem Wunsch heraus entsteht nun eine orts- und zeitunabhängige Möglichkeit das eigene Training besser zu machen. Die Lösungen wie YouTube, Facebook-Gruppen und PDF-Dateien von diversen Anbietern lassen einen nicht zufrieden zurück. Auch deshalb, weil man sich als Trainer nie sicher sein kann, ob die Inhalte zu den eigenen Spielern passen.

Die jungen Spielerinnen und Spieler haben nicht nur besondere Bedürfnisse im Vergleich zu Erwachsenen, sondern stellen Trainer auch vor gewisse Herausforderungen.

WELCHE ÜBUNG – UND WENN JA, WIE VIELE?

Eine Frage die besonders häufig gestellt wird, ist die nach den Trainingsformen: “Gibt’s die irgendwo?” – die Antwort lautet jetzt: “JA!”.

Wir werden in Zukunft sehr darauf achten, den Begriff “Übung” vom Begriff “Trainingsform” abzugrenzen. Alle Übungsformen sind Trainingsformen, aber nicht jede Trainingsform eine Übungsform 😉

Für uns hat sich der Einfachheit halber folgende Definition für diese beiden Formen ergeben:

Übungsform: Eine Trainingsform, bei der es keinen Gegenspieler gibt bzw. er keine Aufgabe nach Ballgewinn hat.

Spielform: Eine Trainingsform, bei der es einen Gegenspieler gibt und er auch eine Aufgabe im eigenen Ballbesitz hat.

Auf dieser Grundlage haben wir die Trainingsformen im Videoportal kategorisiert. Wir möchten uns jedoch nicht rein auf organisatorische Hilfestellungen beschränken, sondern auch einen Anhaltspunkt für das “Wie” liefern.

Anmerkung: Der DFB hat seine Unterteilung komplexer und kleinteiliger gewählt. Doch oft genug sorgt die sechsteilige Unterteilung der Spiel- und Übungsformen für Kopfzerbrechen. Da die Inhalte nützlich und verständlich sein sollen, gibt es diese von uns geschaffene Variante.

DAS WAS UND DAS WIE

In einem “Organisationsvideo” (das erste Video hier: https://advance.football/video/) finden sich Informationen zum Aufbau und Ablauf der Trainingsform. Wer steht wo an, welche Regeln gibt es, wie ist das Feld aufgebaut? Auf diese Fragen liefert das Orga-Video die Antworten. In der Ausarbeitung haben wir uns bewusst gegen Maßangaben für die Felder entschieden. Das hängt damit zusammen, dass der Trainer selbstständig entscheiden soll, ob die Felder zu klein oder zu groß sind. Beides kann auch gezielt als Maßnahme zur Steuerung der Intensität oder den Schwerpunkten gewählt sein. Eine Form immer mit den gleichen Maßen – ungeachtet des technischen und taktischen Standes – aufzubauen, ist keine gute Entscheidung.

AUF ZUM COACHING!

Sobald die Organisation der Trainingsform funktioniert (jeder weiß, was zu tun ist, und man hat einen weitestgehend reibungslosen Ablauf), ist es an der Zeit, sich um die Hilfestellungen für die Kinder zu kümmern.

Diese Hilfestellungen sind immer dann notwendig, wenn einer der Spieler ein Problem bei der Bewältigung der ihm gestellten Aufgabe hat – nicht früher. Schießt er ein Tor, wenn es darum geht ein Tor zu schießen, sind Hilfestellungen unnötig. Warum auch? Die Spieler hat die Aufgabe gelöst. Sein Verhalten jetzt mit einem “Idealbild” zu vergleichen und ihn dafür zu kritisieren, dass er nicht den Linken oder die Innenseite benutzt hat, führt selten zu Verhaltensänderungen. Die Aufnahmebereitschaft für das Coaching ist nun mal beschränkt. So beschränken wir das Coaching auf Hilfestellungen, die Aufgaben häufiger oder schneller (in Wettkämpfen) bewältigen lassen. Dafür sind die Kids offen und dankbar, was zu einer höheren Behaltensrate führt.

An welchen Stellen man coachen könnte, zeigen wir in den Coaching-Videos dann auf (siehe das zweite Video: https://advance.football/video/).

Mehr Infos zum Start der Fußballtrainingsplattform erhaltet ihr in den nächsten Tagen und Wochen, bevor dann eine erste Version online geht!

Wer nicht abwarten kann, findet hier die Anmeldung für den Newsletter, um den Start nicht zu verpassen. Zwei zusätzliche Videos gibt es dabei auch schon!

TRAININGSVIDEOS
By |2019-01-04T15:25:57+00:00Januar 4th, 2019|WISSENSTRANSFER|0 Comments

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