VERÄNDERUNG DER VEREINSLANDSCHAFT

Spielgemeinschaften prägen das Bild vieler Nachwuchsabteilungen an der Basis. Über die Kennzahlen und deren Entwicklung haben wir bereits ausführlich berichtet http://advance.football/nachtrag-trainerausbildung/

In den folgenden Zeilen möchten wir die Zukunft vieler Vereine aus unserer Sicht aufzeigen und mögliche Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten darstellen.
Denn was früher fast schon ein Tabuthema war, oder maximal im A-/B-Jugendbereich relevant, sieht man heutzutage immer früher. Spielgemeinschaften sind zum probaten Mittel geworden, den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Hohe Drop-Out Zahlen machen dies unvermeidbar.

“Trotz steigender Mitgliederzahlen im DFB ist die Anzahl der Mannschaften in Deutschland rückläufig. 2.232 Mannschaften weniger wurden von 2016 auf 2017 verzeichnet. Davon 1.766 alleine in Bayern. Und die Mitgliederzahlen steigen nur aufgrund der größer werdenden Anhängerschaften bei den Profivereinen.

Über Drop-Out Quoten und Gründe wird vielerorts diskutiert und mögliche Problemfelder werden erörtert. Einige der auch für uns relevanten Punkte beschreibt Sportsoziologe Torsten Schlesinger bei “fussball.de” in einem interessanten Interview:
http://www.fussball.de/newsdetail/experte-so-gibts-weniger-spielerabmeldungen/-/article-id/154258#!/

Die Redaktion hat den für uns wichtigsten Punkt herausgestellt: “Es ist wichtig, dass der Trainer seine Einheiten der jeweiligen Altersklasse anpasst. So bleibt die Sportart für die Jugendlichen attraktiv.”

Vor allem ländliche Regionen sind von rückläufigen Zahlen in den Jugendabteilungen betroffen und müssen sich durch den Zusammenschluss mit anderen Vereinen helfen. Doch auch in urbanen Gegenden ist eine ähnliche Entwicklung im Gange. Bewegt man im Kinderfußball noch ausreichend viele Spielerinnen und Spieler, wird die Luft nach oben hin immer dünner.

Wohin geht der Weg?

Wir haben eine klare Idee davon, wohin sich die Vereinslandschaft in den kommenden Jahren hinentwickeln wird.

Kleine und mittlere Vereine, die sich nicht klar positioniert haben, werden aussterben. Zu groß ist die Konkurrenz und zu unattraktiv das eigene Vereinsangebot. Leider findet sich der Satz “Das haben wir schon immer so gemacht” in diesen Vereinen besonders häufig. Wenn das Jugendturnier mit dem gleichen Plakat von vor 10 Jahren beworben wird und dabei auch noch genau die gleichen Abläufe beinhaltet, muss man sich nicht wundern, dass immer weniger Teams aus der Umgebung kommen.

Innovative Clubs bringen mehr Spaß und eine zeitgemäße Durchführung an den Mann, die Frau und das Kind. Die Gesellschaft und das Konsumverhalten haben sich nunmal dramatisch verändert. Und verändert man sich nicht mit, stirbt man. Was für die Wirtschaft und Natur zutrifft, trifft nunmal auch auf den Jugendfußball zu.

Herauskristallisieren werden sich zentrale Anlaufstellen in den jeweiligen Regionen, die sämtliche ambitionierte Kicker in hoher Quantität vereinen. Kids die ab und zu mit ihren Freunden im heimischen Verein um die Ecke trainieren wollen, werden vermutlich keinen organisierten Fußball mehr spielen. Zu weit sind die Fahrstrecken und der damit verbundene Aufwand.

Diese “local heroes” finden sich bereits heutzutage. Vereine mit einer guten Infrastruktur, einem guten Management und engagierten Trainern. Durch diese Konstellation finden sich dort auch die talentierten Kicker aus der Region, die dann in diesem Umfeld natürlich auch für hohe Spielklassen und eine positive Außendarstellung sorgen. Eine Aufwärtsspirale also.

Diese Vereine/Institutionen bestehen dann entweder aus einem starken “Stammverein” oder aber aus einer sinnvoll zusammengestellten und geführten Gemeinschaft aus diversen Vereinen einer Region.

Der sportliche Erfolg steht dabei an erster Stelle!

Auch die Bundesligisten profitieren enorm und fast ausschließlich von sportlichen Erfolgen. Es gibt keinen anderen Treiber, keine Marketing- oder Positionierungsstrategie, die einen solchen Effekt erzeugen kann, wie es das Erreichen der Champions League- oder Aufstiegsplätze tut.

Und auch die Erwartungshaltung der Eltern und Kinder an ein gutes Angebot steigt enorm. Es reicht nicht mehr, nur “betreut” zu werden. Die Schützlinge wollen pädagogisch wie auch sportlich adäquat begleitet werden. Spaß und Dynamik stellen dabei für uns die Weichen für eine erfolgreiche Entwicklung.

Und somit sollte auch für die im Moment bestehenden Vereine das Augenmerk auf eine Optimierung des eigenen Sportangebots gerichtet werden. Nur dadurch erhalten die Clubs eine gute Position für die zukünftig anstehenden Verhandlungen mit anderen Vereinen oder aber den Gesprächen mit den Eltern und Spielern, die aus dem sich auflösenden Verein wechseln müssen.

Eine klare und einheitliche Spiel- und Trainingsphilosophie sind dabei ebenso wichtig, wie qualifiziertes Trainerpersonal. Dabei sind dann nicht Lizenzen in der Vita der Trainer ausschlaggebend, sondern was in ihren Trainingseinheiten auf dem Platz passiert. Und einen klar abgesteckten Rahmen für die Trainingseinheiten zu liefern, ist Aufgabe des Vereins.

So schafft man es auch als Club, nicht mehr von einzelnen Personen abhängig zu sein. Denn das Wissen und die Idee für das Training und die Spiele liegt beim Verein und nicht bei den jeweiligen Personen.

Doch dafür müssen die Leitlinien erst einmal erstellt und anschließend implementiert werden. Das kann Jahre dauern, wenn man keinen geeigneten Partner dafür an der Seite hat. Denn die Erkenntnisse der Sport- und Trainingswissenschaft beenden so manche Diskussion von selbsternannten Experten recht abrupt.

Also: Ran an den Speck und die Jugendabteilung auf Vordermann bringen! Gerne mit uns zusammen, um eine Vielzahl von Fehlerschleifen zu vermeiden.

VEREINSBERATUNG
By |2018-04-09T08:27:02+00:00April 6th, 2018|WISSENSTRANSFER|0 Comments

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