KOORDINATIONSTRAINING

Die häufigste Nachfrage die wir in unseren Fortbildungen und Seminaren erhalten, ist die nach einem Koordinationstraining für junge Spieler.

Dabei ist folgende Fehlannahme vorherrschend:

”Koordinationsleiter” ist Koordinationstraining

Die sportwissenschaftliche Definition zeigt jedoch etwas anderes:

„Koordination ist das harmonische und möglichst ökonomische Zusammenwirken von Muskeln, Nerven und Sinnen zu zielgenauen, gleichgewichtssicheren Bewegungsaktionen (…) und schnellen, situationsangepassten Reaktionen“ (vgl. Kiphard 1970)

Die Determinierung von koordinativen Entwicklungsprozessen beinhaltet demnach immer erst einen Wahrnehmungsreiz!
Koordinationsleitern führen auch durch ihren Namen in die Irre. Eine passendere Bezeichnung wäre “Laufleiter”. Die meisten Übungen, welche als “Koordinationstraining” deklariert werden, sind Übungen zur Verbesserung von koordinativen FERTIGKEITEN!
Durch eine “Koordinationsleiter” zu hüpfen führt also zu folgendem Effekt: Die Kinder können besser durch eine Koordinationsleiter hüpfen. Es ist zu kurz gegriffen wenn man davon ausgeht, dass die Kinder und Jugendlichen ihren Laufstil oder ihre fußballspezifische Technik indirekt dadurch verbessern.

Was ist also nun “wirkliches” und zielführendes Koordinationstraining?

Es gibt zwei übergeordnete Kategorien bei den koordinativen Anforderungen von Bewegungsaufgaben:

Demnach können folgende Punkte als Leitlinien für ein altersgerechtes Koordinationstraining verwendet werden:

  • Komplexe und vielfältige Bewegungsaufgaben
  • Variation der Team-, Feld-, Ball-, und Torgrößen
  • Verbindung von Spielen mit Fuß-, Hand-, Kopfeinsatz

Trainingsbeispiele haben wir bereits in folgenden Beiträgen veröffentlicht:

TSV Ilshofen – Fortbildung
SV Wacker Burghausen – Fortbildung

Auch hier gilt wieder der Grundsatz im Grundlagentraining:

Die gewählten Formen sollten den Schützlingen Freude bereiten. Ist das nicht der Fall, ist die gewählte Übung nicht zielführend und nicht geeignet. Im Fußballtraining sollten die Spieler in diesem Altersbereich stets mit Spaß und höchster intrinsischer Motivation agieren – auch beim Koordinationstraining!

By |2018-11-23T12:40:54+00:00September 21st, 2018|WISSENSTRANSFER|2 Comments

2 Comments

  1. Marcel September 22, 2018 at 9:58 pm - Reply

    Wenn Koordinationsleitern so schlecht sind, wieso werde diese dann noch bei den Stützpunkten des DFB‘s genutzt?

    • Sabahudin Mislimi September 24, 2018 at 2:51 pm - Reply

      Das ist eine gute Frage Marcel. Zumal beim DFB-Stützpunkttraining noch der Fakt hinzukommt, dass das Training nur einmal in der Woche stattfindet. In unseren Augen könnte man diese Zeit besser nutzen um die Spieler weiterzuentwickeln. Dazu kommt aber auch noch die Zeit die für „Stabis“ und „Dehnen“ drauf geht.

      Wir glauben, dass man besonders in diesem Talenttraining die Jungs das machen lassen sollte, wofür sie da sind: Fußballspielen in einer weitestgehend homogenen Leistungsgruppe.

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