FANGSPIELE IM FUSSBALLTRAINING

Einige Trainer betrachten sie als zu verspielt, andere pflegen sie in jedes Training ein. Die Rede ist von Fangspielen. Häufig ist man mit dieser Form der Übung in den Sportstunden in der Schule konfrontiert. Unserer Meinung nach wird dieses mächtige “Werkzeug” viel zu selten in den Trainingsbetrieb mit aufgenommen.
Denn die Vorteile dieser Trainingsform liegen auf der Hand. Ein hohes Maß an Motivation und Bereitschaft, Trainingseffekte werden nebenbei erzielt und zu guter Letzt haben alle Beteiligten Spaß.

Folgende Effekte weisen wir den Fangspielen zu
  • Grundlegendes, spielerisches, vielfältiges Lernen von Bewegungen

  • Implizites erfassen und anwenden grundlegender Taktiken

  • Vermittlung von Freude an der Bewegung und dem Wettkampf

  • Erfahren von Sieg und Niederlage im Team-/ Mannschaftsgefüge

  • Förderung der Grundschnelligkeit im Zusammenhang mit geradeaus laufen und Richtungswechsel

  • Sicheres Ausweichen, Fallen und Abfangen

Die Effekte sind vielfältig und mit Sicherheit noch viel weitreichender als hier dargestellt. Dabei ist das Fangspiel nicht alleine für Kinder oder Jugendliche als geeignet zu sehen. Ebenso im Erwachsenenfußball sind die Auswirkungen vielfältig, neben den oben angesprochenen Aspekten lockern sie ein Training auf und sorgen für eine Abwechslung im Trainingsalltag.

Gibt es einen direkten fußballspezifischen Transfer?

Bei der Frage nach einem fußballspezifischen Transfer verweisen wir auf folgende zwei Punkte, welche sich unserer Meinung nach am besten dafür eigenen.

Diese beiden Punkte lassen sich weiterspinnen in einen größeren Kontext.

Vom Fangspiel, hin zum Spiel gegen den Ball, welchen man so schnell wie möglich wieder haben möchte. Weiter zum schnellstmöglichen Torabschluss nach Ballgewinn.
Begibt man sich wiederum auf die individualtaktische Ebene werden Richtungswechsel, das Tempo halten im Dribbling und der richtige Zeitpunkt zum Herausstechen bei Ballgewinn noch deutlicher.

Individual- und gruppentaktische Beispiele

Im folgenden aufgeführt sind Individual- wie auch gruppentaktische Beispiele, wie wichtig Fangspiele und die dort vermittelten Inhalte als sportliches Fundament sind.

Für ein gegnerüberwindendes Dribbling braucht es oftmals keine Finte oder Trick. Ein Tempowechsel in Kombination mit einem langen Kontakt ist ausreichend. Dieser Tempowechsel muss in jungen Jahren erfahren werden. Dies kann zum einen durch häufig wiederholte 1:1 Situationen mit Ball geschehen oder in der grundlegenden Form eines Fangspiels zu Beginn.

 

Interessant hier auch eine Testung die mit Cristiano Ronaldo durchgeführt wurde: Um seine Gegenspieler zu überwinden achtet er beim Gegenspieler auf Kniewinkel sowie die Stellung der Hüfte und Füße. Auch hier kommen wir wieder zur altbekannten Abfolge:

 

Das reagieren auf Reize bzw. Signale findet nicht nur im individualtaktischen Kontext statt. Auch im gruppentaktischen gilt es auf diese zu reagieren. Wie und wo stehen meine Mit- und Gegenspieler zueinander? Wo auf dem Feld befinde ich mich? In welchem Tempo starte ich ein und setze den Verteidiger mit meinem Dribbling oder Lauf in die Tiefe unter Druck? Bleibe ich nach einem gespielten Pass im Tempo um Räume hinter der Abwehr anzulaufen oder bleibe ich abrupt für ein Binden des Gegner stehen?

WELCHER SCHLUSS LÄSST SICH ZIEHEN?

Fangspiele sollten elementarer Teil einer vielseitigen, nachhaltigen fußballerischen Ausbildung sein. Neben dem nötigen Spaß im Training, vermitteln sie schon in einfachen Formen viele Inhalte die auch für den „großen“ Fußball relevant werden.

By |2018-11-30T14:46:02+00:00Mai 9th, 2018|TRAININGSZEIT|0 Comments

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