COACHING UND SEINE AUSWIRKUNGEN IN SPIELFORMEN

Übertriebenes „Coaching“ macht Spieler müde und erhöht ihre Fehleranzahl!

Zumindest laut den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung. Durch die Uni Bremen wurden diese Befunde festgestellt, anhand der Testung von 16 A-Jugend Regionalliga Spielern.
Dabei hat man im Rahmen von „Small Sided Games“ (zu deutsch: kleine Spielformen) ein 4-gegen-4 (plus Torwart) beobachtet. Ein Teil der Spieler hatte einen Trainer, der sehr fordernd und häufig verbal eingegriffen hat. Der andere einen Coach mit einer „unobstrusive“ (unaufdringlichen) Attitüde (mehr als 20s zwischen seinen Interventionen).

Ergebnisse?

Die ganze Zeit über angeschrien und angestachelt zu werden, führt zu keiner höheren körperlichen Belastung. Dafür sind die Spiele an sich schon intensiv genug. Und obwohl keine höheren Herzfrequenzraten oder Laktatwerte erreicht wurden, gaben die Spieler an, mehr angestrengt gewesen zu sein. Dies lässt den Rückschluss zu, dass das Dauerfeuer durch den Trainer die Spieler in ihrer eigenen Wahrnehmung signifikant stärker ermüdet.

Es kommt jedoch noch schlimmer:

Die Spielleistung wurde schlechter!

Und zwar in diesen sechs Kategorien:

  • Anzahl der Torabschlüsse

  • Anzahl der eroberten Bälle

  • Anzahl der erhaltenen Bälle (Pässe)

  • Anzahl der Pässe (mit Raumgewinn)

  • Anzahl der verlorenen Bälle

  • Anzahl der neutralen Bälle (Pässe ohne Raumgewinn)

Diese wurden verformelt und so in einen „Spielleistungs-Score“ umgewandelt.
Relevante und für uns als Trainer wichtige Spielaktionen wurden also weniger oft ausgeführt.

Und das alles, weil der Trainer ein bisschen reinquatscht?

Offensichtlich, ja.
Zu beachten ist noch die geistige und körperliche Reife die ein A-Jugend Spieler auf diesem hohen Niveau mitbringt.
Umgemünzt auf den Kinder- oder jüngeren Jugendfußball lassen sich ähnliche -oder noch stärker ausgeprägte- Ergebnisse vermuten.
Die Spieler laufen bei einem intensiven, extrem fordernden Coaching wie aufgescheuchte Hühner über den Platz und kicken auch so.

Lieber also die Kids durch die Spielform lernen lassen, ohne die ganze Zeit intervenieren zu müssen. Wie ein solches implizites Training aussehen kann, beschreibt Thomas Tuchel HIER sehr schön.

In diesem Sinne: Geht´s raus und spielt´s Fußball (ohne Palaver)

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Zur Untersuchung: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28933710

By |2018-09-14T16:06:45+00:00September 14th, 2018|TRAININGSZEIT|0 Comments

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