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AUFGABEN UND CHANCEN FÜR VEREINE

2020: MEHR MITGLIEDER, WENIGER VEREINE UND MANNSCHAFTEN

„Getragen wird der Fußball in erster Linie durch das herausragende Engagement der Ehrenamtlichen, das gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Doch wir dürfen die klaren Warnsignale nicht übersehen. Fakt ist, dass wir erneut weniger Vereine und Mannschaften haben als im Vorjahr.“ – DFB-Präsident, Fritz Keller

Wir haben unseren Blogbeitrag aktualisiert. Aktueller denn je sprechen wir darin Entwicklungen und Trends im deutschen Fussball an. 
Anstatt nur zu meckern haben wir konkrete Lösungsmöglichkeiten wie man dem Rückgang der Mannschaften und Vereine entgegen gehen kann. 
Viel Spaß beim lesen.

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AUFGABEN UND CHANCEN FÜR VEREINE

Die Jugendarbeit ist ohne Frage ein wichtiges Aushängeschild für viele Fußballvereine. Das Ansehen eines Vereines in der Umgebung sind oft mit der Qualität der Nachwuchsarbeit gekoppelt.
Hat ein Verein hier Schwierigkeiten, verschlechert sich die Meinung über den Club. Nicht alle Jugendmannschaften sind besetzt, wenig Jugendspieler schaffen den Sprung zu den Aktiven oder Kinder melden sich nach ein paar Jahren wieder ab.

Dies findet sich im Breiten- und im Leistungssport wieder. Die Akzentuierung ist jedoch verschoben. Im Leistungssport steht die Ausbildung von Topspielern im Vordergrund. Hohe Übernahme-Quoten, erfolgreiche & selbstausgebildete Spieler oder Erfolge von Jugendmannschaften werden hier von der breiten Masse wahrgenommen. Währenddessen zählen im Breitensport andere Werte: Die Bindung an den Sport und an den Verein. Das Ziel der Vereine ist dabei das Sichern des Spielbetriebs der Frauen- und Herrenmanschaften und den Erhalt des Vereinslebens.

WAS ENTSCHEIDET NUN ÜBER DEN ERFOLG IN DER JUGENDAUSBILDUNG?

Die Problematik des Vereinssterbens und erhöhten Drop-Outs bei Jugendspielern im Fußball ist dem DFB bekannt. Seit 2010 ist die Zahl der gemeldeten Jugendmannschaften um rund 13.400 gesunken. (Quelle: Im Spiel) Anlässlich dieser erschreckenden Zahlen, gab der DFB eine Studie in Auftrag, die den Hintergrund erschließen soll. Einer der Gründe für die steigenden Drop-Out zahlen ist wenig überraschend: „Den Kindern fehlt der Spaß am Spiel. (…) Wichtig sei aber, dass alle Kinder viel mit dem Ball spielen. ‚Das erhöht den Spaß und damit die Bindung an den Verein.‘“ (Mehr dazu findet ihr in unserem Blogbeitrag zur Idee der belgischen Fußballausbildung) Der DFB nahm dies zum Anlass, die Reformierung des Spielbetriebs bei den Kleinen im Kinderfußball anzustoßen.


Blickt man jedoch auf die Plätze Deutschlands, äußern sich die größten Probleme in den älteren Jugendmannschaften. Dort tritt der Fußball bei den Heranwachsenden meist in Konkurrenz mit anderen Angeboten. Fehlt nun der Spaß im Trainings- oder Spielbetrieb, folgt oft der Austritt aus dem Fußballclub.
Nicht selten ergibt sich dann folgendes Bild: Der Verein hat im Kleinfeld mehrere Mannschaften, schafft es aber nicht diese bis zur Erwachsenenmannschaft im Verein zu halten. Die wenigen verbleibenden Spieler sind gezwungen den Verein zu wechseln. Die mitunter modernisierten Trainingsplätze bleiben am späten Abend meist leer.


Denn die Umgebung sichert nicht per se den sportlichen Erfolg. Die besten Plätze oder die „modernsten Trainingsutensilien“ entscheiden nicht darüber, ob sich Kinder besser entwickeln oder den Fußballsport lieben lernen. Die Qualität des Trainings und Trainerkompetenzen sind hier entscheidend.
Spricht man mit Ex-Fußballern und fragt, warum sie nicht mehr spielen, kommen eher Antworten, die in zwei Richtungen gehen: „Spaß verloren“ oder „Kam mit dem Trainer nicht gut aus“ (Verletzungen ausgeklammert). Der Grund für den Drop-Out liegt also unmittelbar an der Umsetzung des Trainings- oder Spielbetriebs – der Kernaufgabe des Sportvereins.

IN WELCHEN BEREICH WIRD AM MEISTEN ZEIT UND GELD INVESTIERT? TRAINERQUALIFIKATION ODER IN DIE TRAININGSUMGEBUNG?

Der neue Kunstrasen oder der dritte Satz Trikots wird spätestens dann überflüssig, wenn die Mannschaft den Spielbetrieb aufgeben muss. Stattdessen könnte dieses Geld in Trainingskonzepte oder Fortbildungen für die Jugendtrainer gesteckt werden, die sie in ihrer Arbeit nachhaltig entlasten und nicht zusätzlich überfordern. Damit Jugendliche, die Fußball genauso gerne online spielen, auch auf dem Platz den Spaß nicht verlieren.
In der erwähnten Allensbach-Studie wurde auch die Frage gestellt, was einen guten Amateurfußballverein ausmacht. Hier die Top-4 Antworten:

Nur eine der häufigsten Antworten ist ein “materielles Gut”. Um ein gute Jugendarbeit zu machen, viele Mannschaften zu haben und Ehrenamtliche zu finden, die mithelfen, sollte man sich die Assoziation der Bevölkerung zum “Jugendfußball anschauen:

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Zum Vergleich: Die Assoziation zum Begriff “Profifußball” bestehen aus 1. Geld 2. Verletzungen 3. Teamgeist 4. Karriere 5. Korruption – ein trauriges Bild.

DURCH QUALIFIZIERUNG UND INHALTE ZUM NACHHALTIGEN ERFOLG

Herkömmliche Maßnahmen wie Lehrgänge und Lizenzen sind für viele nicht zu stemmen. Zu wenig Freizeit und zu viele andere Verpflichtungen. Es müssen individuellere Angebote geschaffen werden, die den Trainer in seiner speziellen Situation abholen. Bei seiner Mannschaft, auf seinem Vereinsgelände und bei seinen täglichen Herausforderungen auf dem Platz. Nur so gelingt es, die Trainer nachhaltig zu entwickeln um dadurch die positiven Effekte als Verein nutzen zu können.

EINE EIGENE TRAININGS- UND SPIELPHILOSOPHIE

Durch eine klare sportliche Ausrichtung vereinfachen sich für jeden Verein Trainerakquise und Trainerausbildung. Diese gemeinsame Ausrichtung verbessert sofort und nachhaltig die eigene Trainingsarbeit und die Umsetzung in Wettkämpfen.

KINDERFUSSBALLREFORM VS. TORHÜTERAUSBILDUNG

Angesichts der geplanten „Reform“ im Kinderfußball haben wir Euch um eure Meinung gebeten. Wie bewertet ihr die Aussagen Bodo Illgners, man solle Kinder „nicht erst mit 10 oder 11 ins Tor lassen“? Sind die geplanten Veränderungen im Kinderbereich hinderlich für die Entwicklung des Torhüters?

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